Der Verein Deutsche Sprache in Sachsen-Anhalt
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11. September 2010: Über 50 Gäste feierten in Halle (Saale) den Tag der deutschen Sprache

Buchvorstellung mit Prof. Walter Krämer und Dr. Cornelius Sommer • »Deutsch lebt! Ein Appell zum Aufwachen«

Prof. Walter Krämer und Dr. Cornelius Sommer in Halle (Saale)

(Aktualisiert: 2. Januar 2011) Alässlich des 10. Tages der deutschen Sprache folgten 52 Gäste der Einladung der halleschen Regionalgruppe des Vereins Deutsche Sprache e. V. (VDS). Hier stellten Prof. Dr. Walter Krämer und Dr. Cornelius Sommer im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle (MMZ) ihr aktuelles Buch »Deutsch lebt! Ein Appell zum Aufwachen« vor, welches sie mit Wolf Schneider und Josef Kraus geschrieben haben. Dabei war auch Heidi Kühn-Bode, Leiterin der VDS-Regionalvertretung in Spanien. Sie erläuterte das Wirken des VDS im Ausland.

Prof. Krämer ist Gründer und erster Vorsitzender des VDS sowie Sprecher des Vorstandes der Stiftung Deutsche Sprache; Dr. Sommer war Vorsitzender des Beirats der Stiftung Deutsche Sprache und deren Beauftragter für das »Haus der deutschen Sprache«. Dr.Sommer verstab am 28. September 2011nach kurzer schwerer Krankheit. 

Prominente Ehrengäste waren unter anderem der Vizepräsident des Landtages von Sachsen-Anhalt, Dr. Rüdiger Fikentscher (SPD, rechts im Bild), sowie die Landtagsabgeordneten Bernhard Bönisch (CDU, links im Bild) und Gerry Kley (FDP, Bildmitte). Nach der Buchlesung entstand eine lebhafte Diskussion, in der Prof. Krämer klarstellte, „dass es dem VDS nicht um das Ausgrenzen fremdsprachlicher Einflüsse geht. Vielmehr soll ein Sprachbewusstsein geschaffen und gefestigt werden, welches den unkritischen Gebrauch von Fremdwörtern, insbesondere die Sucht, überflüssige englische Ausdrücke zu benutzen, den Englisch- und Denglischwahn, eindämmt oder verhindert.“ 

„Dabei haben die deutschen Politiker und insbesondere die deutschen Massenmedien eine besondere Verantwortung und Vorbildrolle bei der Anwendung und Pflege der deutschen Muttersprache. Dass im Vorfeld des diesjährigen Tages der deutschen Sprache in den Medien in und um Halle (Saale), trotz engagierter Öffentlichkeitsarbeit, nahezu keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema stattgefunden hat, stimmt uns äußerst nachdenklich“, betonte Arne-Grit Gerold, Sprecherin der Regionalgruppe Halle (Saale) des VDS. „Ist es doch nicht nur die Auffassung des VDS, dass hier einiges im Argen liegt und eine öffentliche Diskussion auf breiter gesellschaftlicher Basis bereits eingesetzt hat und unbedingt fortgeführt werden muss.“

Ein besonderer Dank gilt der halleschen Buch- und Kunsthandlung Molsberger. Sie unterstützte die VDS-Regionalgruppe mit einem Buchverkauf im MMZ, der auch rege genutzt wurde. So konnten Interessierte gleich das Buch »Deutsch lebt! Ein Appell zum Aufwachen« sowie weitere Publikationen aus dem IFB Verlag Deutsche Sprache mitnehmen. 

Der Verein und der Tag der deutschen Sprache

Die Mitglieder des VDS nutzen diesen Tag, um der deutschen Sprache zu mehr Ansehen zu verhelfen. Sie erinnern daran, dass die deutsche Sprache ein wichtiges Bindeglied in unserer Gesellschaft ist, für das sich die Sprachgemeinschaft mehr einsetzen sollte. Auch viele Freunde der deutschen Sprache im Ausland und Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, weisen an diesem Tag darauf hin, dass das Deutsche eine schöne und ausdrucksstarke Sprache ist, die zu erlernen sich lohnt. „Wir erhalten, pflegen und entwickeln unsere Muttersprache. Wir wirken zusammen mit Sprachfreunden im eigenen Lande und mit Muttersprachlern anderer Kulturen. Wir sind ein weltweit tätiger Verband, der für das Ansehen der deutschen Sprache wirbt“, so Prof. Krämer.

Dr. Cornelius Sommer, Arne-Grit Gerold, Prof. Walter Krämer, Heidi-Kühn-Bode, Prof. Johannes Heinrichs, Jörg Bönisch (v.l.n.r.)

Gerold: „Mit unseren Vereinsmitgliedern wollen wir ehrenamtlich für die Ziele des Vereins eintreten. Wir bauen auf die Ausdruckskraft der deutschen Sprache und widersetzen uns der zunehmenden Anglisierung. Selbstverständlich verfolgen wir dabei keine nationalistischen Ziele und wir streiten mit Augenmaß. Erst jüngst haben wir uns im Zusammenhang mit dem »Moonlight-Shopping« in Halle zu Wort gemeldet. Unter der Überschrift »Moonlight-Shopping bei Neumond?« haben wir die sprachliche Fehlleistung und den thematischen Nonsens entlarvt“ (siehe Meldung vom 3. September 2010 im Meldungsarchiv 2010).

Die Regionalgruppen des VDS setzen sich aus Mitgliedern mit Wohnsitz in der jeweiligen Postleitzahlregion zusammen. Die Regionalgruppe 06 besteht seit 2007 und hat 64 Mitglieder. Insgesamt sind in dieser Bürgerbewegung knapp 33.000 Menschen organisiert, davon leben fast 20.000 ausländische Mitglieder in über 100 Ländern auf der ganzen Welt. Die Mitglieder des VDS feiern den Tag der deutschen Sprache seit 2001 am 2. Samstag im September. Der Verein wurde 1997 von Prof. Krämer mit sieben Mitgliedern in Dortmund gegründet.

Zusammen mit der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) vergibt der VDS jährlich eine der mit 30.000 Euro höchstdotierten Auszeichnungen für kulturelle Leistungen im deutschen Sprachraum, den Kulturpreis Deutsche Sprache. Zu den bisherigen Preisträgern zählen beispielsweise Ludmila Putina (2002), Vicco von Bülow alias Loriot (2004) und Günter de Bruyn (2006). In diesem Jahr geht der Preis an den Musiker Udo Lindenberg. Einen Bericht über die Verleihung des Kulturpreises Deutsche Sprache 2010 finden Sie hier.

Bibliografischer Hinweis: Deutsch lebt! Ein Appell zum Aufwachen; Wolf Schneider, Cornelius Sommer, Josef Kraus, Walter Krämer, IfB Verlag Deutsche Sprache GmbH, ISBN 978-3-942409-01-8: Sind wir sprachlos geworden? Nein, Deutsch lebt – wenn wir das nur wollen. Auch die Welt des 21. Jahrhunderts lässt sich a Textuf Deutsch benennen. Das zeigen Wolf Schneider, Cornelius Sommer, Josef Kraus und Walter Krämer in diesem Buch. Steigen Sie ein in die Denkrunde, tanzen Sie den Synapsen-Tango (um nur zwei von über 3.000 Vorschlägen anzuführen, die die Autoren für den Anglizismus Brainstorming gesammelt haben). Wenn Sie wissen wollen, warum in Schulalltag und Beruf Deutsch auch in Zukunft wichtig bleibt – in diesem Buch erfahren Sie es. (Klappentext)

Text: Jörg Bönisch | Fotos: Jörg Bönisch (3), Wolfgang Müller-Bönisch (1)